
Konferenz LPPL 2025 — Liberec (13.—14. November)
Call for Papers
LPPL 2025 — Pragmatik und Didaktik
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
wir wenden uns mit dieser Einladung an alle, die sich mit schulischem oder akademischem Unterrichten als einer Form kommunikativen sozialen Handelns beschäftigen. Willkommen sind dabei fächerübergreifende Beiträge aus ganz unterschiedlichen akademischen Disziplinen.
Bereits in den 1970er Jahren vollzog sich in den Sprach- und Kommunikationswissen-schaften eine Entwicklung, die als “pragmatische Wende” bekannt wurde und sich z. B. in Form des kommunikativen Ansatzes der (Fremd-)Sprachdidaktik äußerte (vgl. z. B. Piepho 1974). Dabei entfalteten theoretische Konzeptionen eine große Wirkung, die heute als Klassiker der linguistischen Pragmatik gelten, darunter Grices (1989) Implikaturentheorie, die Sprechakttheorie (Austin 1962; Searle 1969), verschiedene Varianten der Gesprächsanalyse (z. B. Sacks et al. 1974) und zuletzt gebrauchsbasierte Ansätze der Linguistik. Die Hinwendung zu sprachlicher Kommunikation als sozialer Interaktion blieb keineswegs auf den akademischen Raum beschränkt; vielmehr hat eine pragmatische, kompetenzorientierte Sichtweise mittlerweile in vielen europäischen Ländern auch Einzug in die Rahmenlehrpläne für Schulen gefunden (vgl. für Deutschland z. B. KMK 2022; für Tschechien RVP - aktuelle Version - s. https://prohlednout.rvp.cz/).
Der so umrissene Stand der Sprachdidaktik bildet den Hintergrund für die nächste Veranstaltung der linguistisch-pragmatischen Tagungsreihe LPPL, zu der wir Sie hier einladen. Nach einer ersten Tagung (LPPL 2024; https://www.lppl.zcu.cz/), die das Ziel verfolgte, einen breiten Überblick über aktuelle pragmatische Forschungsperspektiven zu gewinnen, freuen wir uns nun auf Beiträge zu Forschungsprojekten und aus der Praxis, die untersuchen, wie pragmatische Konzepte, Methoden, Sichtweisen ganz konkret im schulischen und akademischen Unterricht ihren Niederschlag finden und welches Potenzial zur Weiterentwicklung didaktischer Konzepte darin liegt (vgl. Börjesson/Kristenson 2025; Frydrychová 2024).
Leitfragen, die unsere Diskussion strukturieren und an denen sich Tagungsbeiträge orientieren könnten, sind beispielsweise die folgenden:
- Welche Konsequenzen ergeben sich aus einer Sichtweise, die Fremdsprachenlernen als Erwerb von interkultureller kommunikativer Handlungskompetenz betrachtet?
- Lassen sich pragmatische Kategorien wie Sprechakttyp, Indirektheit, Gesprächsstruktur etc. noch intensiver nutzen, um Unterrichtskommunikation in ganz unterschiedlichen Fächern (von Mathematik bis zu den Fremdsprachen) zu analysieren und Ansätze für ihre Optimierung zu entwickeln?
- Können pragmalinguistische Konzepte die Entwicklung und Förderung spezifischer sprachlich-kommunikativer Kompetenzen fördern?
- Lassen sich unterschiedliche im Unterricht realisierte Vermittlungsstrategien aus pragmatischer Perspektive im Hinblick auf ihre Effizienz bewerten? Welche Strategien erweisen sich in welchen Unterrichtssituationen als besonders effizient?
- Welche Ansätze bietet die Pragmatik für die Analyse digitaler Lehr-Lern-Kommunikationsformen und deren Weiterentwicklung?
Über die Konferenz
Da wir nach wie vor der Überzeugung sind, dass Mehrsprachigkeit auch im wissenschaftlichen Diskurs die Perspektiven erweitert und wechselseitig inspirierend wirken kann, und im Anschluss an die Erfahrungen, die wir damit bei der LPPL-Tagung 2024 gemacht haben, möchten wir im Rahmen unserer Konferenz einen sprachlich vielfältigen Raum bieten, indem wir als Konferenzsprachen Deutsch, Englisch, Tschechisch und Slowakisch vorsehen. Um jedoch sicherzustellen, dass diese Mehrsprachigkeit die Diskussionen nicht behindert, bitten wir um Folienpräsentationen oder Handouts in einer anderen Sprache als der des mündlichen Vortrags (z. B. ein Vortrag in Tschechisch mit Folien in Englisch) oder um mehrsprachige Präsentationen.
Wir freuen uns auf Ihre Anmeldungen über Google Forms mit Ihren Vortragsvorschlägen und einem ausführlichen Abstract von ca. 1.000 bis 1.500 Schriftzeichen inklusive einigen wenigen Literaturhinweisen.
Bei Fragen kontaktieren Sie uns bitte per E-Mail: lppl@knj.zcu.cz